Meine Terminanfrage an die Bundesfamilienministerin: Care-Arbeit ist Arbeit – Fürsorgegehalt jetzt!

Eigentlich sollte sich meine Terminanfrage an die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey schon in der letzten Woche auf den Weg nach Berlin machen. Da ich aber im Januar mit dem kleinen Kind gleich vier Termine im SPZ habe, die alle während meiner normalen Arbeitszeit als virtuelle Assistentin statt finden und dann auch noch bei einem Auftraggeber unvorhergesehen mehr Arbeitsstunden notwendig waren,  hat sich der Brief und dadurch auch die versprochene Veröffentlichung als Blogbeitrag dazu, um fast eine Woche nach hinten verschoben. Ich hoffe sehr, dass ich der Bundesfamilienministerin die Unterschriften der Petition zum Fürsorgegehalt persönlich übergeben kann. Es bleibt spannend. Alle Neuigkeiten hierzu veröffentliche ich natürlich auch im Blog.  Nachfolgend lest Ihr den Inhalt meiner Terminanfrage, die ich gestern, am 15.01.2019 mit der Post versendet habe:
Sehr geehrte Bundesministerin Giffey,

unbezahlte Fürsorgearbeit macht rund die Hälfte der gesellschaftlich notwendigen Arbeit aus (Quelle: Seite 9 aus „Wirtschaft ist Care“ von Ina Praetorius) und wird immer noch überwiegend von Frauen erledigt, zusätzlich zur Erwerbsarbeit. Insgesamt gesehen werden 80 % der privaten (unbezahlten) und öffentlichen (bezahlten) Care-Arbeit von Frauen erledigt (Quelle: http://www.equalcareday.de), was unter anderem zur Folge hat, dass Frauen öfters von Armut / Altersarmut betroffen sind, auch wenn sie erwerbstätig sind, da selbst die bezahlte Care-Arbeit geringer entlohnt wird, als z. B. die Arbeit in der Industrie. Wenn ich nun also sage, dass fast die gesamte Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse auf den Schultern von Frauen ruht, übertreibe ich nicht.

Die unbezahlte Fürsorgearbeit von Müttern, Vätern, alleinerziehenden Müttern und Vätern, pflegenden Eltern, pflegenden und alleinerziehenden Eltern, alleinpflegenden Angehörigen und pflegenden Angehörigen, ist die Grundlage unserer Gesellschaft und die Voraussetzung dafür, dass überhaupt Wirtschaft stattfinden kann. Aus diesem Grund muss die unbezahlte Sorgearbeit der Erwerbsarbeit gleichgestellt werden, denn sie kostet Zeit und ist vor allem lebensnotwendig. Carearbeit ist keine Privatsache und die Probleme die mit der Vereinbarkeit von Familie / Pflege und Beruf einher gehen, dürfen nicht individualisiert werden, so wie es im Moment geschieht. Die Gleichstellung der unbezahlten Sorgearbeit mit der Erwerbsarbeit ist ein Ziel, der Petition zum Fürsorgegehalt. Das zweite Ziel ist, dass die private, unbezahlte, lebensnotwendige Care-Arbeit finanziell abgesichert wird durch ein Fürsorgegehalt mit allen Sozialleistungen, und dadurch das Armutsrisiko für Caregiver minimiert wird.

Aufgrund der Tatsache, dass die private Sorgearbeit überwiegend von Frauen erbracht wird, möchte ich Ihnen die 30.525 Unterschriften der Petition zum Fürsorgegehalt, am Weltfrauentag (08.03.2019) um 11.30 Uhr im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend überreichen und so gleichzeitig ein Zeichen setzen für Frauenrechte.

In einem persönlichen Gespräch mit Ihnen würde ich gerne meine Beweggründe zur Petition weiter erläutern, sowie meine Erfahrungen mit Ihnen teilen, die ich durch die Petitionsarbeit gesammelt habe. Als alleinerziehende, berufstätige Mutter kämpfe ich selbst täglich den Kampf, allen Anforderungen rund um Erwerbsarbeit, finanzieller Sorgen, bürokratischer Hürden und privater Fürsorgearbeit gerecht zu werden. Über meinen Blog (www.mamastreikt.de) bekomme ich unzählige Einblicke von Leserinnen und Lesern in ihr herausforderndes Leben als Mütter, Väter, alleinerziehende Mütter und Väter, pflegende Mütter und Väter, alleinerziehende pflegende Mütter und Väter, alleinpflegende Angehörige und pflegende Angehörige. Nicht zu vergessen die, die Kinder haben und gleichzeitig Angehörige, die Pflege benötigen.

Ich habe mich mit vielen anderen Menschen auf den Weg gemacht, dafür zu kämpfen, dass private Fürsorgearbeit als Arbeit anerkannt wird und mit dem Fürsorgegehalt eine finanzielle Absicherung gewährleistet ist. Machen Sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg?

Selbstverständlich bin auch für andere Terminvorschläge von Ihrer Seite offen. Meine Kontaktdaten finden Sie in der Kopfzeile. Ich freue mich auf Ihre zeitnahe Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Claire Funke

P.S.: Wenn Ihr meine Arbeit zur Anerkennung und zum sichtbar machen der privaten Care-Arbeit finanziell unterstützt freue ich mich sehr. Hier geht es zu PayPal: https://paypal.me/ClaireFunke. Vielen Dank dafür.

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2 Gedanken zu “Meine Terminanfrage an die Bundesfamilienministerin: Care-Arbeit ist Arbeit – Fürsorgegehalt jetzt!

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