7. Netzprotest zu #carearbeitmusssichtbarwerden

Guten Morgen alle zusammen,

heute ist unser 7. Netzprotest-Sonntag zu #carearbeitmusssichtbarwerden und gleichzeitig der erste in 2018. Die Beteiligung im Dezember 2017 war stark zurückgegangen (im Gegensatz zum November) und daher hoffe ich auf viele Beiträge im Januar.

Ich widme diesen Sonntag allen alleinerziehenden Müttern und Vätern, sowie pflegenden Angehörigen, die ganz alleine jemanden versorgen – sozusagen „alleinpflegende Angehörige“.

Alleinerziehend zu sein über die Feiertage hat für mich bedeutet, immer 100 % Geduld aufbringen zu müssen für meinen Kleinen (3). Als in dieser Woche wieder Kindergarten war, habe ich dann den ersten Kaffee ganz in Ruhe nach fast 2 Wochen ununterbrochener Aufmerksamkeit, sehr genossen. Viele Jahre hat es mich sehr betrübt, dass ich meine Kinder ganztags in die Kinderbetreuung geben muss (der Große geht in die Ganztagsschule), aber anders würde ich mein Pensum als alleinerziehende Mutter, die ich seit 9 Jahren bin, nicht schaffen. Ich saß im Dezember beim Psychologen in der Erziehungsberatungsstelle und habe ihm unter Tränen gesagt, dass ich es nicht mehr schaffe, wie in den Jahren zuvor, so viel zu arbeiten, täglich durchgetaktet und das jetzt alleinerziehend mit 2 Kindern (ich bin bis zu 35 Kilometer einfach auf die Arbeit gefahren). Er hat wissend genickt. Ich nutze dieses Beratungsangebot seit 3 Jahren und gehe alle 4-6 Wochen einmal dorthin, weil es einfach so viel gibt, als alleinerziehende Mutter (natürlich auch für alleinerziehende Väter), was einen verunsichert, wo man mal nachfragen muss, oder Bestätigung braucht. Ich kann mich ja nicht mit meinem Partner Abends über die Kinder austauschen und in unserem Fall ist es so, dass ich für die Erziehung meiner Kinder ganz alleine verantwortlich bin, obwohl beide Väter ein Sorgerecht haben.

Mein befristeter Arbeitsvertrag ist im Oktober 2017 ausgelaufen, mal sehen, ob ich bis Juni 2018 einen neuen Job finde. Wenn das nicht klappt, muss ich Hartz-4 beantragen. Ich arbeite seit 2008 befristet in der Erwachsenenbildung und bin es leid, immer wieder auf Arbeitssuche zu gehen. Für die letzte Stelle habe ich 120 Bewerbungen geschrieben und hatte 2 Vorstellungsgespräche. Klar, damals war mein Kleiner noch ein Säugling, als ich angefangen habe Bewerbungen zu schreiben. Elterngeld gibt es nur ein Jahr und je länger man draußen ist aus dem Job, desto schwieriger bekommt man eine Arbeit und dann auch noch alleinerziehend mit 2 Kindern. Erschwerend kommt noch hinzu, dass, was viele nicht wissen, ein befristeter Arbeitsvertrag eben ausläuft im Mutterschutz oder in der Elternzeit. Man kann dann also, wie ich, nicht mehr zurück auf den alten Arbeitsplatz. Existenzängste mit einem Säugling und einem Erstklässler, dass hat mich zusammenbrechen lassen 2015 und deshalb gibt es meinen Blog „Mama streikt“.

Am liebsten würde ich von zu Hause aus arbeiten und mein ehrenamtliches Engagement, Care-Arbeit sichtbar zu machen und für deren Bezahlung einzutreten, in eine hauptberufliche Tätigkeit „umwandeln“. Ich habe in dieser Woche ca. 30 Stunden gearbeitet für mein Anliegen Care-Arbeit sichtbar zu machen und mir macht das unheimlich viel Spaß, weil es sinnstiftend ist. Wir haben noch viel zu tun in diesem Bereich und auch wenn die Petition im Moment sehr gut läuft, brauchen wir um es mit den Worten von Gabriele Winker zu sagen eine „Care-Revolution.“ Ich habe ihr gleichnamiges Buch fast fertiggelesen und kann nur jedem empfehlen, der sich eingehend beschäftigen möchte mit der Care-Krise, dieses Buch zu lesen.

Zitat aus „Care-Revolution“ Seite 148:

„In einer Zeit, in der mehrheitlich die Vorstellung vorherrscht, es gäbe keine Alternative zum kapitalistischen System, in der es selbst gesellschaftskritischen Menschen schwerfällt, sich Alternativen in ihrer Konkreation vorzustellen, sind Überlegungen zu einer bedürfnisorientierten, um Care zentrierten solidarischen Gesellschaft wichtig.“

Hier geht es für Interessierte, zu einer Präsentation zum Thema Care-Revolution von Gabriele Winker: https://carerevolutionrheinmain.files.wordpress.com/2016/11/gabrielewinker.pdf

Zum Netzwerk Care-Revolution geht’s hier entlang:

 

Weil es mir neben Eineltern- und Zweielternfamilien auch immer um pflegende Angehörige geht, da sie am „Ende des Lebens“ das gleiche tun, wie Eltern Anfang des Lebens, habe ich Euch hier die Geschichte eines Ehepaars verlinkt, die ich sehr berührend finde. Dorle ist an Demenz erkrankt und die ganze Pflege wird von ihrem Ehemann gestemmt und organisiert. Lest mal rein:

http://www.arnsberg.de/zukunft-alter/reportage_nur-nicht-donnerstag-da-spiele-ich-schach.pdf

Gerne dürft Ihr Eure Blogartikel zu #carearbeitmusssichtbarwerden hier in den Kommentaren verlinken

oder

auf der Facebookseite der Petition Care-Arbeit ist Arbeit (https://www.facebook.com/carearbeitistarbeitfuersorgegehaltjetzt/) posten

oder

auf der Facebookseite von Mama streikt (https://www.facebook.com/Mamastreikt/) posten

oder

auf Twitter posten und ich retweete sie dann (auf Twitter bin ich @Mamastreikt)

oder

auf Instagram posten (auch hier bin ich Mama streikt).

Ich wünsche Euch eine schöne Woche und hoffe, Ihr macht nächste Woche am Sonntag alle wieder mit bei #carearbeitmusssichtbarwerden.

 

Herzlichst, Claire Funke

 

 

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “7. Netzprotest zu #carearbeitmusssichtbarwerden

  1. charlotteweiss schreibt:

    Wie sehr kann ich nachempfinden, was Du schreibst. Und meine Gedanken kreisen um einen neuen Beitrag genau zu Deinem Thema, auch wenn ich nicht alleinerziehend bin und finanziell in einer abgesicherten Situation lebe. Doch vorerst habe ich Dich für den Liebsten Award nominiert: http://charlottesadoptionsblog.com/2018/01/08/liebster-award-reloaded-2018/
    Vielleicht magst Du ja mitmachen…
    Liebe Grüße zum neuen Jahr!
    Charlotte

    Gefällt 1 Person

    • Mama streikt schreibt:

      Liebe Charlotte,

      herzlichen Dank für die Nominierung zum Liebsten Award, dass hat mich jetzt sehr berührt. Ich mache gerne mit, bin allerdings seit 2 Tagen wegen Grippe ans Bett gefesselt und die Beantwortung der Fragen wird wohl mindestens bis nächste Woche dauern, da ich noch den Netzprotest #carearbeitmusssichtbarwerden für Sonntag vorbereiten muss und wie gesagt, eigentlich krank bin. Reicht Dir die Beantwortung der Fragen nächste oder auch erst übernächste Woche?
      Herzlichen Dank nochmals und Dir auch ein gesundes, frohes und buntes neues Jahr.
      Liebe Grüße, Claire

      Gefällt 1 Person

      • charlotteweiss schreibt:

        Liebe Claire, werde erst einmal gesund! Und dafür wünsche ich Dir gute Besserung!!!
        Du darfst am Liebsten Award teilnehmen, wann es Dir passt. Keine Eile und Hektik hierbei! Das kann auch erst in einem halben Jahr sein… 😉 Es freut mich, dass Du mitmachst, wann immer es bei Dir dann passt!
        Liebe Grüße und komm bald wieder auf die Beine
        Charlotte

        Gefällt 1 Person

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